Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Samstag, 25. April 2015

JENK SABOROWSKI: Phantom [Hörbuch-Rezension]

Derzeit als ungekürztes Hörbuch nur bei audible erhältlich.
(Bildquelle: audble.de)

Genre:

Thriller


Kurzbeschreibung:

Der 4. Thriller um Special Agent Solveigh Lang.

"Sie verwenden kein Telefon, kein Internet, keine Banktransaktionen. Niemand weiß, wer sie sind, sie hinterlassen keine Spuren. Sie sind ein Phantom.
Solveigh Lang von der Europapolizei ECSB und Kriminalhauptkommissar Paul Regen sind auf der Jagd nach einer Gruppe gewaltbereiter Terroristen, die sich allen modernen Ermittlungstechniken entzieht. Sie müssen ihre Arbeit vollkommen neu erfinden.
Und dabei dürfen sie keine Zeit verlieren, denn der nächste Anschlag steht unmittelbar bevor …"
(Quelle: Verlagstext Printausgabe Piper Verlag)

Ungekürzte Hörbuchfassung
(Als Hörbuch bisher nur exklusiv bei audible.de im Download erhältlich.)
Sprecher: Uve Teschner
Laufzeit: 10h 12min
Erschienen bei HörbucHHamburg / Osterwold
Erhältlich als:
- ungekürzte Hörbuchfassung (Download)
- Taschenbuch
- eBook


Über den Autor:

Auf seiner Homepage findet sich folgender "Steckbrief":
»Name: Jenk Saborowski (nein, ernsthaft!)
Geboren: 04.02.1977
Wohnort: München und Frankfurt
Beruf: Autor und Texter
Hobbies: Reisen, Kochen, Joggen
[...]


Der „offizielle Klappentext“:
Jenk Saborowski, geboren 1977 im Taunus, studierte Publizistik und Germanistik und zog nach New York. Er organisierte die erste interaktive Hundeschau der Welt, betextete unzählige Reklametafeln und arbeitete bei mehreren Medienunternehmen, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Heute lebt der Autor mit seiner Frau und seiner Tochter in München und Frankfurt.
«
(Quelle: Autoren-Homepage)

Weitere Infos auf der Homepage des Autors.

Über den Sprecher:

"Uve Teschner, geboren 1973, studierte in Potsdam Musik mit den Schwerpunkten Gesang und Gitarre. Seit 2007 arbeitet er als freiberuflicher Sprecher und hat sich vor allem mit Lesungen von Thrillern und Krimis einen Namen gemacht. Aber auch Sach- oder Kinderbuch, zeitgenössische oder klassische Belletristik – er fühlt sich in allen Genres zu Hause. Ebenso sind Hörspiele, live oder auf Tonträger, Bestandteil seiner Arbeit. Zudem spricht er Features und Voice Over für Radio und Fernsehen oder ist im Synchronstudio zu finden. "
(Quelle: Sprecher-Info Verlag)

Hör- & Leseproben:

Zur Hörprobe bei audible.de geht es HIER.
Eine Leseprobe gibt beim Piper-Verlag: HIER 

Mein Fazit:

Der vierte Fall! Leider kommt er nicht an die Vorgänger heran...
Ich tue mich wieder einmal sehr schwer mit dieser Rezension. Denn als großer Fan der ECSB-Reihe fieberte ich dem Erscheinungstermin mit großer Ungelduld entgegen. Es war eine der Neuerscheinungen 2015, auf die ich mich am meisten gefreut habe. Vielleicht hingen meine Erwartungen deshalb auch zu hoch, ich weiß es nicht genau. Auf jeden Fall kann ich nur sagen, das Jenk Saborowskis vierter Thriller meine Erwartungen -ob nun zu hoch oder nicht- bei Weitem nicht erfüllt hat.

Zunächst einmal startet die Story schon deutlich weniger rasant. Von Saborowski war ich es bisher gewohnt, dass es gleich von der ersten Zeile richtig losgeht, der Leser ist sofort mittendrin und es geht bis zur letzten Seite temporeich weiter. »Phantom« erfüllt dieses Kriterium schon mal nicht. Die Handlung kommt eher langsam in Gang und es dauert, bis der Leser sich einen Reim darauf machen kann, worum es hier eigentlich geht. Es gibt viele verschiedene Handlungsebenen und zu Beginn scheint alles irgendwie wenig Sinn zu ergeben. Leider bleibt das eine ganze Weile so, obwohl natürlich am Ende alles ein großes Ganzes ergibt.

Das hat der Autor letztendlich alles schon gut geplant. Und insgesamt erscheint mir das Ganze auch unglaublich gut recherchiert. Ich kenne mich mit der hier verarbeiteten Thematik zwar leider nicht sonderlich gut aus, aber es sieht sehr danach aus, als habe Jenk Saborowski sehr viel Zeit und Mühe in die Recherchen investiert. Das verdient einen Pluspunkt. Mit seiner Story macht der Autor deutlich, wie unglaublich weit verzweigt und weltumspannend Terrornetzwerke arbeiten. Und welche Arbeit nötig ist, um all die kleinen Puzzleteilchen zu finden und zusammenzusetzen, wenn man ihnen auf die Schliche kommen und ihnen das Handwerk legen will.

Aber genau dies macht das Buch über weite Strecken eben doch auch recht langatmig. Denn nicht nur die Vielzahl an verschiedenen Personen, auch die oben bereits angesprochenen, ständig wechselnden Handlungsebenen und die über den halben Globus verteilten Handlungsorte sorgen leider immer wieder für Abbrüche der sich ohnehin nur sehr langsam aufbauenden Spannung. Ich möchte fast sagen, über die ganze erste Hälfte des Buches ist es nur wenig bis mäßig spannend. Es wirkt eher alles sehr verworren und unzusammenhängend. Dabei fühlt es sich fast ein wenig so an, als hätte der Autor einfach eine Deadline zu erfüllen. Einen Vertrag über ein viertes Buch der Reihe und wisse gar nicht so recht, womit er es füllen solle.

Das dem nicht so ist, zeigt sich dann natürlich in der zweiten Hälfte des Buches. Hier wird ganz klar deutlich, dass Jenk Saborowski von Anfang an einen klaren Plan im Kopf hatte und ein genaues Ziel verfolgt. Auch wenn er sich dabei an vielen Stellen deutlich kürzer hätte fassen können. Dennoch stieg die Spannung in der zweiten Hälfte deutlich an und etwa im letzten Viertel habe ich mich doch dabei ertappt, den Ipod nun gar nicht mehr weglegen zu wollen. Der große Showdown wird dann extrem spannend, allerdings auch über die Maßen schockierend. Ohne mehr darüber schreiben zu können, um nicht zu viel des Inhalts preis zu geben, muss ich sagen, dass es für meinen Geschmack deutlich zu schockierend wurde. Sicher wollte der Autor dem Leser das Ausmaß und die Tragweite des Ganzen vor Augen führen. Mir persönlich ist er dabei aber zu weit gegangen. Weniger wäre hier in meinen Augen deutlich mehr gewesen.

Zu guter Letzt störte mich ein weiterer Punkt, welcher aber sicher ganz Geschmackssache ist. Auch Paul Regen vom Münchner LKA, ist wieder mit von der Partie. Fügte sich der etwas schrullige Kriminalhauptkommissar im dritten Teil als "Gaststar" ganz passabel in die Handlung ein, scheint er sich nun zu einem festen Bestandteil der ECSB-Reihe zu entwickeln. Zumindest heißt es auf der Autoren-Homepage bereits in fetten Lettern: "Der vierte Fall für Solveigh Lang und Paul Regen". 
Sieht also so aus, als sollte so etwas wie ein "Ermittler-Duo" aus den beiden werden? Eine Entwicklung, die nicht wirklich nach meinem Geschmack wäre. Paul Regen passt eben eher in eine humorvoll angehauchte Regional-Krimi-Reihe, während Solveigh Lang nun mal Stoff für eine internationale Agenten-Thriller-Reihe ist. 
Ob der Autor nun wirklich weiter das Ziel verfolgt, die beiden Charaktere langfristig miteinander zu verknüpfen, bleibt abzuwarten. Ich würde es nicht begrüßen! Vielleicht sollte Jenk Saborowski Paul Regen eine eigene Reihe widmen. Der Grundstein dafür wäre ja bereits gelegt. 

Insgesamt muss ich also sagen, Jenk Saborowski hat mit seinem vierten Werk einen soliden, insgesamt aber eher durchschnittlichen Thriller geschaffen. Fans der Reihe werden ihn sicher trotzdem lesen. Auch für "Nicht-Fans" ist das Buch sicherlich ganz lesenswert, aber eben auch kein großer Verlust, es nicht gelesen zu haben.

FAZIT:
Ganz okay. Nach den erfolgreichen ersten drei Teilen aber leider lange nicht so aufregend.
Beim nächsten Mal muss Saborowski da wieder deutlich mehr Gas geben!
*3 Sterne*


Die Vorgänger:

»Phantom« ist der mittlerweile vierte Teil Saborowskis Reihe um Special Agent Solveigh Lang und die ECSB.
Bisher erschienen:

Und auch, wenn »Phantom« nun mal eben kein Kracher war, so hat es mich doch immerhin auch wieder ein Stück weiter gebracht in meiner Lesechallege! :-)


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