Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Freitag, 10. April 2015

DON WINSLOW: Missing. New York [Hörbuch-Rezension]

(Bildquelle: Argon Verlag)

Genre:

Thriller


Kurzbeschreibung:

"Die ganze Stadt ist in Aufruhr: Die siebenjährige Hailey ist spurlos verschwunden. Vom Täter keine Spur. Einzig Frank Decker glaubt, dass das Mädchen noch lebt, irgendwo versteckt.

Er ist der typische Cop, wortkarg und unbestechlich. Doch was niemand ahnt: Er hat ein weiches Herz. So macht er sich mit unerbittlicher Konsequenz auf die Suche nach Hailey. Er kündigt schließlich sogar seinen Job, packt das Auto voll und folgt einem vagen Hinweis, der ihn nach New York führt.

Denn hat er sich einmal in einen Fall verbissen, lässt er nicht locker, bis er ihn gelöst hat - egal wie."
(Quelle: Verlagstext Argon Verlag)

Ungekürzte Hörbuchfassung
Sprecher: Martin Kessler
Laufzeit: 6h 43min
Erschienen im Argon Verlag.
Erhältlich als:
- ungekürzte Hörbuchfassung (Audio-CD & Download)
- Taschenbuch
- eBook

Über den Autor:

"Don Winslow wurde 1953 geboren. Die Geschichten, die sein Vater von der Marine zu erzählen hatte, beflügelten seine Fantasie. Ebenso seine Großmutter, die Ende der 60er-Jahre für einen Mafiaboss arbeitete. Heute zählt er zu den besten Krimiautoren der Welt."
(Quelle: Autoren-Info Argon Verlag)

Weitere Infos zum Autor finden sich auf seiner Homepage.

Über den Sprecher:

"Martin Kessler ist bekannt als die deutsche Synchronstimme von Nicolas Cage und Vin Diesel. Mit seiner coolen, markanten Stimme verpasst er seinen Hörbuchlesungen den richtigen Schuss Testosteron und Adrenalin."
(Quelle: Sprecher-Info Argon Verlag)

Video-Interview mit Martin Kessler zu »Missing: New York«:

Hör- & Leseproben:

Zur Hörprobe des Argon Verlags geht es HIER
Zur Hörprobe bei audible.de geht es HIER.
Eine Leseprobe gibt es beim Verlag Droemer Knaur: HIER 

Mein Fazit:

Nicht der Kracher, den ich erwartet habe...
Leider nur Mittelmaß. Beim Lesen der Ankündigung habe ich mir deutlich mehr erwartet. Das Buch ist nicht schlecht, mehr aber eben auch nicht. Es gelesen zu haben war nicht unbedingt Zeitverschwendung, ich habe aber auch nicht das Gefühl, dass es ein riesen Drama wäre, wenn ich es nicht gelesen bzw. gehört hätte. Der Funke ist einfach nicht richtig übergesprungen. Oder vielleicht doch zeitweise schon, aber eben dann meist recht schnell wieder erloschen.

Woran genau das liegt, vermag ich gar nicht so hundertprozentig zu sagen. Es wirkt zum einen so ein bisschen, wie ein "Thriller von der Stange". Es geht um ein vermisstes Kind, und das ist es, was die Sache interessant macht und die Story -mehr oder weniger spannend- am laufen hält. Ansonsten hatte ich aber oft das Gefühl, alles nach "Schema F". Ein frustrierter Cop mit kaputtem Leben, schleppender Karriere und wenig Perspektive, verbeißt sich in einen vermeintlich aussichtslosen Fall, bei dem jeder glaubt, dass er nur scheitern kann. (Ob er es am Ende tut oder doch entgegen aller Erwartungen erfolgreich ist, kann ich hier natürlich nicht sagen. Ich will euch ja das Ende nicht vorweg nehmen.)

Soweit, so gut, alles schon mal da gewesen, was aber auch nicht unbedingt das Problem wäre, wenn es denn gut und spannend gemacht wäre. Ist ja bei vielen Büchern ein ganz erfolgreiches Konzept. Hier geht dieses Konzept leider nicht so richtig für mich auf. Die Stimmung ist arg düster, der Protagonist für meinen Geschmack einfach zu sehr gefangen in seiner von depressivem Selbstmitleid geprägten Stimmung. Das macht das Buch (obwohl nur knappe 7  Std. Laufzeit) zwischenzeitlich für mich doch sehr lang.

Dazu seine Verbissenheit in allen Ehren, dennoch wirkt das Ganze stellenweise doch ein wenig unrealistisch. Ein gefallener Cop schmeißt alles hin und verbringt Monate auf dem Highway. Dabei, lebt er von mühsam Erspartem, opfert seine Ehe, seine Karriere -sein Job ist zwar nicht der erfüllendste, aber dennoch immerhin ein sicherer, mit einer sicheren Pension- und quasi sein gesamtes Leben, welches ihm zumindest früher mal etwas bedeutet hat. Eine etwas bizarre Mischung aus heroischem Märtyrertum und verbissener Dummheit? Trotz der schlechten Aussichten und einer Niederlage nach der anderen, gibt er natürlich nie auf und kommt auch aus brenzligen Situationen immer wieder unbeschadet hervor.

Trotz aller Längen ist es aber auch nicht komplett unspannend. Irgendwie hat die Story auch was, so dass ich zumindest immer wieder motiviert war, weiter zu hören. Wahrscheinlich einfach der Wunsch herauszufinden, ob dieses kleine Mädchen tatsächlich noch lebt oder eben nicht. Das Ende war dann doch noch ganz spannend und temporeich, wobei der letztendliche "Showdown" für meinen Geschmack dann eben doch wieder ganz schön weit hergeholt war. Aber okay, bei vielen anderen Büchern oder Filmen fragen wir ja auch nicht permanent danach, wie realistisch das Ganze eigentlich noch ist.

Die Lesung von Martin Kessler ist gewohnt gut. Auch wenn mir diese ja ein wenig "too much" war, transportiert er die düster-depressive Stimmung hervorragend, welche der Autor in seinem Buch geschaffen hat. Er verleiht den verschiedenen Protagonisten Charakter und holt aus dem Buch an Spannung raus, was eben rauszuholen ist.

Alles in allem, ein ganz grundsolider Thriller, den man gelesen haben kann, aber eben nicht muss. Okay für zwischendurch, aber eben auch kein Kracher.

FAZIT:
Ob ihr euch die Zeit nehmen wollt, müsst ihr wohl für euch selbst entscheiden. 
Keine unbedingte Leseempfehlung von mir, aber auch kein klares "nein". 
Darum gerade noch sehr gut gemeinte:
*3½ Sterne*


Auch wenn es kein Highlight war, so hat mich »Missing. New York« doch immerhin auch wieder ein Stück weiter gebracht in meinen Lesechalleges! :-)


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