Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Sonntag, 22. März 2015

MARC ELSBERG: Blackout - Morgen ist es zu spät [Hörbuch-Rezension]

Es geht weiter in meiner Challenge... Wieder eine Kategorie erfüllt!   :-)




(Bildquelle: Random House Audio)

Genre:

Thriller


Kurzbeschreibung:

"Erschreckend realistisch!
Zuerst ging das Licht in Italien aus. Dann brechen in ganz Europa die Stromnetze zusammen, die Kraftwerke schalten sich ab. Der totale Blackout. 
Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht zu den Behörden durchzudringen – erfolglos. Als der Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, tauchen plötzlich dubiose E-Mails auf seinem Computer auf. Er gerät selbst unter Verdacht, und ihm wird klar, dass sie gegen einen ebenso verschlagenen wie unsichtbaren Gegner kämpfen.
Unterdessen herrscht Finsternis in Europa, und die Menschen stehen vor ihrer größten Herausforderung: Überleben."
(Quelle: Verlagstext Random House Audio)

Ungekürzte Hörbuchfassung
Sprecher: Steffen Groth
Laufzeit: 22h 04min
Erschienen bei Random House Audio
Erhältlich als:
- ungekürzte Hörbuchfassung (Download)
- gekürzte Hörbuchfassung (Audio-CD & Download)
- Gebundene Ausgabe
- Taschenbuch
- eBook


Über den Autor:


"Marc Elsberg wurde 1967 in Wien geboren. Er war Kolumnist der österreichischen Tageszeitung »Der Standard« sowie Strategieberater und Kreativdirektor für Werbung in Wien und Hamburg. Heute lebt und arbeitet er in Wien."
(Quelle: Autoren-Info Random House Audio)

Weitere interessante Infos zum Autor auf der Homepage zum Buch.

Über den Sprecher:

"Steffen Groth, Jahrgang 1974, spielt zwischen „Traumschiff” und „Tatort” in nahezu jedem Genre. Bekannt ist er vor allem durch seine Hauptrollen in „Doctor´s Diary” und „Großstadtrevier”, doch Steffen Groth ist auch ein erfahrener Synchron- und Hörbuchsprecher."
(Quelle: Sprecher-Info Random House Audio)

Hör- & Leseproben:

Zur Hörprobe von Random House Audio geht es HIER
Zur Hörprobe bei audible.de geht es HIER.
Eine Leseprobe gibt es ebenfalls bei Random House: HIER 

Mein Fazit:

Lang, aber gut...
Schon lange wartete »Blackout« auf meinem SuB. Nun bin ich endlich dazu gekommen es zu lesen oder besser, zu hören. Ein "größeres Projekt", denn mit 800 Seiten in der Printausgabe ist auch das Hörbuch immerhin gute 22 Stunden lang. Dennoch... Keine verschenkte Zeit, mir hat es gut gefallen, obwohl es zwischendurch auch immer mal wieder ein paar kleine Längen hatte, die sich wohl -auf Grund der vielen technischen, aber auch politischen Details- nicht ganz vermeiden ließen.

Marc Elsberg steigt gleich spannend ein. Mit den ersten, aber nicht weniger schockierenden Auswirkungen des beginnenden Stromausfalls in Italien, schlägt er gleich ein hohes Tempo ein. Konfrontiert mit den recht plastisch dargestellten Folgen eines stromausfallbedingten Autounfalls, ist der Leser sofort mittendrin in den Ereignissen. So erschreckend dieser Einstieg und die ersten Ereignisse aber auch erscheinen mögen, ist dies alles nur der Anfang - die Spitze des Eisbergs quasi. Das volle Ausmaß der Katastrophe entwickelt sich erst im Verlauf der weiteren Story und deren ganze Tragweite wird dem Leser nur langsam bewusst.  

Mit »Blackout: Morgen ist es zu spät« hat der Autor aber nicht einfach nur einen spannenden Thriller geschaffen. Durchaus gesellschaftskritisch -wenngleich ohne den "erhobenen Zeigefinger"- greift er ein Thema auf, das aktueller wohl kaum sein könnte. Zeigt er uns doch, wie selbstverständlich für uns alle schon die kleinsten technischen Annehmlichkeiten geworden sind und wie abhängig wir von unseren heutigen Versorgungssystemen wirklich sind. 

Dabei sollte der Leser aber keinen temporeichen, von der ersten bis zur letzten Seite mit Hochspannung geladenen Action-Thriller erwarten. Elsbergs »Blackout« ist keine seichte Lektüre für zwischendurch, sondern stellt schon einen gewissen Anspruch an den Leser. Die Vielzahl verschiedener Personen und Namen, ein häufiger Wechsel zwischen verschiedenen Handlungsebenen sowie durch ganz Europa verteilte Handlungsorte erfordern durchaus eine gewisse Aufmerksamkeit beim Lesen. 

Hinzu kommt, dass eine solche Story wohl kaum ohne einen nicht unbeträchtlichen Anteil von technischen Erläuterungen auskommt. Auch die Vielzahl an politischen Organen der verschieden Länder, deren Koordination aber auch Verstrickungen miteinander bedürfen der ein oder anderen Erklärung. So wird das Tempo, teilweise auch die Spannung durch all dies immer wieder ein wenig gebremst, was das Buch stellenweise doch ein wenig langatmig macht. Allerdings verpackt der Autor all diese wichtigen Informationen meist recht geschickt und gut verständlich, so dass das Lesevergnügen nicht allzu sehr beeinträchtigt und die Lektüre zwar manchmal lang, jedoch nie langweilig wird.

Was die Lesung von Steffen Groth angeht, war ich zunächst ein wenig hin und her gerissen. Ich kenne ihn bzw. seine Stimme nur aus dem Fernsehen und es fiel mir anfangs schwer, mich davon zu lösen. Doch mit der Zeit gefiel mir seine Lesung richtig gut. Scheinbar ein "Stimmtalent", verleiht er den verschiedenen Protagonisten sehr variantenreich eine gewisse Individualität. Kein leichtes Unterfangen bei der großen Vielzahl an Charakteren. Darüber hinaus beherrscht er eine unglaubliche Vielfalt an Dialekten und Akzenten - deutschen, wie auch internationalen. Eigentlich etwas, dass ich gar nicht gern mag, wenn sich deutsche Sprecher anderer, insbesondere internationaler Akzente bedienen. Meist wirkt dies gekünstelt und übertrieben. Hier jedoch passte es wirklich gut, erleichterte es dem Hörer doch, die vielen internationalen Protagonisten auseinanderzuhalten und sich auch zwischen den wechselnden, quer durch Europa verteilten Handlungsorten zu orientieren.

FAZIT:
Kein schneller Thriller für zwischendurch. Eher eine spannende Lektüre mit dem gewissen Tiefgang und großer Aktualität für unser Leben in einer hoch technisierten Gesellschaft. Lesen!
*4 Sterne*



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