Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Sonntag, 15. Februar 2015

TORSTEN HOPPE: Westside Blvd. - Entführung in L.A. [Rezension]

Damit sind die ersten Punkte für meine Lesechallenges im neuen Jahr gesammelt... ;-) 


(Bildquelle: Verlagsbild neobooks)

Genre:

Thriller

Kurzinfo:

"Die junge Schauspielerin Heather Simms wird in L.A. auf dem Weg nach Hause entführt.

Während die Polizei verzweifelt versucht, Hinweise oder Spuren zu finden, verfolgt der Entführer seine ganz eigenen, ungewöhnlichen Pläne. Unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit stellt er Forderungen, doch Lieutenant Steve Delaney vom LAPD muss schnell feststellen, dass dieser Fall nach keinem gängigen Schema abläuft.


Während die Polizei im Zuge der Ermittlungen zu unkonventionellen Mitteln greifen muss, spürt auch Heather bereits sehr bald, dass sie in den Händen eines unberechenbaren Psychopathen gelandet ist.
Sie sieht sich gezwungen, einen gefährlichen Kampf um ihr Leben zu führen. Einen Kampf, für den ihr niemand ein fertig geschriebenes Drehbuch reichen kann und dessen Regeln sie erst erlernen muss...
"
(Quelle: Verlagstext neobooks)

Als eBook erschienen bei neobooks.
340 Seiten


Über den Autor:

"Torsten Hoppe wurde 1968 in Dortmund geboren, wo er als Groß- und Außenhandelskaufmann arbeitet. Bücher waren schon immer ein fester Bestandteil seines Lebens, mit seinem Roman »Westside Blvd. - Entführung in L.A.« wechselt er nun die Fronten: vom Buchkonsumenten zum Autor, der es sich zur Aufgabe macht, seine Leser in eine andere Welt zu führen."
(Quelle: Autoren-Info neobooks)

Weitere Infos über den Autor und über »Westside Blvd.« findet ihr auf seiner Homepage.

Leseproben:

Verschiedene Leseproben findet ihr HIER. 

Mein Fazit:

Story mit gutem Potential, leider schlecht umgesetzt... 
Wieder eine Rezension die mir nicht leicht von der Hand geht. Oder besser gesagt, die ich schweren Herzens schreibe. Denn der Autor selbst hat mich vor einiger Zeit kontaktiert und mich gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, sein Werk »Westside Blvd. - Entführung in L.A.« zu lesen und zu rezensieren. Der Klappentext gefiel mir, darum habe ich gerne zugestimmt.
Der persönliche Kontakt im Vorfeld war äußerst nett, was es mir dann im Nachhinein oft umso schwerer macht, eine Rezension zu schreiben, die ein eher negatives Urteil ausdrückt. Dennoch hilft es ja nichts. Was bringt schließlich eine Rezension, die nicht objektiv bewertet? Es ist nun mal wie´s ist, mir persönlich hat »Westside Blvd. - Entführung in L.A.« nicht gefallen.
Das ist eigentlich sehr schade, denn die Story an sich hätte wirklich großes Potential gehabt. Leider ist es Torsten Hoppe nicht gelungen, dieses auch gebührend auszuschöpfen.

Die Handlung wird in relativ kurzen Kapiteln erzählt. Dabei findet ein ständiger Perspektivenwechsel statt. Diesen finde ich eher schwierig, wird hier doch ein sehr hoher Anspruch an das Umstellungsvermögen des Lesers gestellt. Der größte Teil des Buches wird aus der Ich-Erzähler-Perspektive erzählt. Dabei gibt es aber nicht, wie sonst oft üblich, eine Ich- und eine Erzählperspektive, sondern die Handlung wechselt ständig zwischen zwei verschiedenen Ich-Erzählern -einmal aus Sicht des Opfers, einmal aus Sicht des leitenden Ermittlers- hin und her, stellenweise auch noch ergänzt durch einzelne Kapitel aus einer neutralen Erzähler-Sicht. So muss sich der Leser also ständig neu auf die jeweils erzählende Person einstellen, was ich mit der Zeit als ziemlich störend empfunden habe.

Die einzelnen Protagonisten bleiben für meinen Geschmack leider ebenfalls etwas blass, ein wenig mehr Tiefe hätte ihnen durchaus gut getan. Das wäre aber sicher noch zu verzeihen gewesen. Was mich mehr gestört hat, war der stellenweise sehr detailverliebte Schreibstil des Autors. Einzelne Protagonisten geben oft detailreiche Erklärungen oder lange Monologe von sich. Das Selbstgespräch eines Täters oder auch ein erläuterndes Gespräch zwischen den Ermittlern ist oftmals ein geschickter Griff in die Trickkiste kreativen Schreibens. Aber nur dann, wenn es gut gemacht ist. Dem Leser sollen so bestimmte Hintergründe näher gebracht, schwer zu verstehende Details erklärt werden. Hier jedoch greift der Autor viel zu häufig und meines Erachtens viel zu ausschweifend auf diesen Trick zurück. So wirkt es mit der Zeit aufgesetzt und wird dadurch unglaubwürdig. Insbesondere die Gespräche zwischen den Ermittlern wirken oft, als müssten sie sich permanent gegenseitig ihre Arbeit erklären. Etwas, das zwischen erfahrenen Ermittlern, die ihren Job seit langen Jahren machen wohl überflüssig ist.
Darüber hinaus verliert sich der Autor auch an anderen Stellen häufig in ausufernd detaillierten Aufführungen bezüglich bestimmter Sachverhalte oder auch eher unwichtiger Details. Es wirkt ein bisschen, als wolle er unter Beweis stellen, wie gut er sich mit der Polizeiarbeit des LAPD, mit der Filmindustrie oder sonstigen Inhalten seiner Story auskennt bzw. wie gründlich er recherchiert hat. Das alles macht das Ganze aber leider oft eher langatmig. Auch, dass der Autor sich zu bestimmten Themen des öfteren wiederholt, ist hier nicht besonders hilfreich.

Nichtsdestotrotz habe ich zu Ende gelesen und mich dann immerhin doch noch zu einer 2½-Sterne-Bewertung hinreißen lassen. Wenn auch mit viel Wohlwollen und vielleicht doch auch ein wenig beeinflusst durch den netten Kontakt zum Autor im Vorfeld.
Aber um auch das Positive nicht ganz hinten runterfallen zu lassen, muss ich ja fairerweise sagen, dass die Story mich schon auch fasziniert hat. Sie hat, wie weiter oben schon erwähnt, durchaus mehr Potential und ich wollte trotz aller Schwächen dann doch wissen, wie es letzten Endes ausgeht. Auch wenn das Ende zumindest teilweise schon recht früh vorhersehbar war, hatte das Buch auch eine gewisse Spannung und das Ganze hat mich immerhin doch soweit gereizt, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe.       

FAZIT:
Kann man gelesen haben. Wenn nicht, hat man aber auch nicht viel verpasst...
*2½ Sterne*

1 Kommentar:

  1. Huhu, ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezi auf meinem Blog verlinkt habe.
    Bin außerdem direkt deine neuste Leserin geworden

    Viele liebe Grüße und genieß die Sonne
    Nelly von Nellys Leseecke

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