Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Freitag, 30. Januar 2015

ARNO STROBEL: Das Rachespiel [Rezension]

Der Januar läuft gut... Schon wieder ein weiterer Schritt bei der Erfüllung meiner Lese-Challenges ...   :-)

(Bildquelle: Verlagsbild Fischer Verlage)

Genre:

Psychothriller

Kurzbeschreibung:

"»Erfüllst du deine Aufgabe, kommt er frei. Erfüllst du sie nicht, wird er sterben.«
Frank Geissler glaubt an einen Scherz, als er die Website aufruft: Ein Mann, nackt, am Boden festgekettet, in Todesangst. Daneben ein Käfig voller Ratten, unruhig, ausgehungert.
Frank kann den Mann retten, heißt es. Aber nur wenn er Teil des »Spiels« wird und seine erste Aufgabe erfüllt. Angewidert schließt er die Website, doch kurz darauf ist der Mann tot. Und Frank beginnt zu zweifeln. Hätte er dem Unbekannten helfen können? Hätte er nicht sofort die Polizei informieren müssen?

Aber es ist zu spät. Und nicht nur für den Toten. Auch Frank ist schon mittendrin. Mittendrin in einem Spiel, in dem er einer der Vier ist, einer der vier Kandidaten, für die es um alles geht. Um ihr eigenes Leben. Aber auch um das Leben aller, die ihnen etwas bedeuten … "   
(Quelle: Klappentext Fischer Verlage)

Taschenbuch, 352 Seiten
Preis: 9,99 €
Erschienen bei Fischer Verlage.
Erhältlich als:
- Taschenbuch
- eBook
- gekürzte Hörbuchfassung (CD)
- ungekürzte Hörbuchfassung (Download)

Über den Autor:

(Pressefoto: © HP Merten Fotodesign)
Auf seiner Homepage schreibt Arno Strobel:
»Geboren bin ich am 18.08.1962 in Saarlouis, der "heimlichen Hauptstadt des Saarlandes".
Die "normalen" Stationen habe ich, wie es bei mir üblich ist, nicht in der "normalen" Reihenfolge absolviert. Erst kam (Haupt-)Schule und Ausbildung in einem handwerklichen Beruf, dann Bundeswehr und zwei Jahre Berufserfahrung und dann erst Mittlere Reife, Abi und schließlich ein Studium im FB Versorgungstechnik.

Fertig? Oh nein!! Denn jetzt merkte ich, dass ich eigentlich ein Faible für den IT-Bereich habe. Also weiter im Text. Studiumaufbau IT, Programmieren und Netztwerktechnik, dann selbständig im Bereich IT-Unternehmensberatung. Ah, nun also am Ziel...!? Na ja, fast! Der letzte Schritt meines bisherigen beruflichen Werdeganges war schließlich der zu einer großen deutschen Bank in Luxembourg, wo ich seitdem im IT-Bereich tätig bin.

Ich bin verheiratet und habe drei Kinder. Zusammen leben wir in einem gemütlichen Häuschen in der Nähe von Deutschlands ältester Stadt Trier.«  
(Quelle: Autoren-Homepage)

Weitere interessante Infos finden sich auf der Homepage des Autors.

Video-Trailer:


Lese- & Hörproben:

Die Leseprobe auf der Homepage der Fischer Verlage findet ihr HIER.
Zur Hörprobe bei audible.de geht es HIER.


Mein Fazit:

Einfach nur... WOW...!!!
Wer meinen Blog schon eine Weile verfolgt, weiß sicherlich, dass ich die ersten vier Strobels schon im letzten Jahr gelesen habe (s.u.). Nun habe ich endlich auch Zeit gefunden für »Das Rachespiel«. Mit einem "schockierenden" Ergebnis... Mit der Erkenntnis nämlich, dass ich es schon viel früher hätte lesen sollen. Ohne zu zögern möchte ich nämlich an dieser Stelle das "Prädikat" »Bester Strobel ever!!!« verleihen. Zumindest bisher! Denn einer steht ja noch aus...
Allerdings muss ich dazu auch sagen: Das wird nicht leicht, Herr Strobel! Da haben sie sich mit ihrem fünften Werk ganz neue Maßstäbe gesetzt! Diese mit »Das Dorf« noch einmal zu toppen wird sicher nicht einfach. Ich bin gespannt!!! ;-)

»Das Rachespiel« hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen, Allein die Tatsache, dass ich fürs Lesen keine zwei Tage benötigt habe, sagt wahrscheinlich schon alles. Wie in keinem seiner Bücher vorher fesselt Arno Strobel seine Leser an die Seiten, lässt ihnen kaum eine Möglichkeit zum Durchatmen, geschweige denn, sie aus dem sofortigen Fortsetzen der Lektüre zu entlassen. In kompakten, kurzen Kapiteln "hetzt" er den Leser beinahe durch das Buch und besser als je zuvor beherrscht es der Autor, nahezu jedes Kapitel mit einer neuen Spannungsspitze enden zu lassen. Und so wird es geradezu unmöglich, das Buch am Ende eines Kapitels einfach wegzulegen. Nachtruhe ade!

Doch nicht nur durch die rasante Art, den Leser durch die Kapitel zu führen wird dessen Nachtruhe gefährdet. Auch die Handlung selbst, das blanke Entsetzen, welchem sich die Protagonisten in diesem grausam-makabren Spiel zu stellen haben, ist besagter Nachtruhe nicht unbedingt zuträglich. »Das Rachespiel« ist nichts für schwache Gemüter. Ich bin für gewöhnlich sehr robust und weiß Gott nicht zimperlich, was solche Art von Lektüre angeht. Diesmal hat Strobel es dennoch geschafft, mich in einen Zustand höchster Anspannung zu versetzen, Schaudern und Gänsehaut pur eingeschlossen. Seit langer Zeit hatte ich während der Lektüre eines Buches zum ersten Mal wieder die Befürchtung, die kommende Nacht nicht ohne Albträume zu überstehen. Diese sind zum Glück ausgeblieben. Trotzdem warne ich die Leser vor. Wer sich schon am Sonntag Abend beim Tatort "in die Hosen macht", sollte sich gut überlegen, ob er sich diesem Spiel stellen möchte... ;-)

Was macht dieses Buch so besonders "grauselig"? Wahrscheinlich die Mischung (Ich muss nun aufpassen, nicht zu viel zu verraten.) aus den subtilen Fragen um die Konsequenzen dieses "barbarischen" Spiels, den gar nicht so subtil dargestellten Szenen, in denen "einige" gewisse Nagetiere eine tragende Rolle spielen, und nicht zuletzt einfach der alles verzehrenden, allgegenwärtigen Dunkelheit (Mehr will ich auch hierzu auf keinen Fall verraten!), welche für mich wohl das zermürbendste überhaupt am ganzen Buch war .
Während des gesamten "Spiels" sind die "Spieler" gefangen in einem Dilemma aus »Töten und leben oder leben lassen und getötet werden«. Als reiche dies allein nicht schon aus, um die Nerven aller Beteiligten (auch der Leser) blank zu legen, mischt Arno Strobel noch eine subtile, aber dennoch nicht weniger bohrende Schuldfrage mit unter das ganze Konzept. Eine Schuld, die für alle lange, lange zurückliegt und deren Entstehung sich für den Leser bei der fortschreitenden Lektüre nur ganz langsam in ihrer ganzen Tragweite erschließt.

Zu guter Letzt wird das Ganze abgerundet von einem allgegenwärtigen Misstrauen, welches der Autor... ähm, Entschuldigung, ich meine natürlich der "Spielleiter" ganz geschickt sät. Und schnell überträgt sich dieses Misstrauen auf den Leser, der ständig hin- und hergerissen zwischen den verschiedenen Protagonisten steht, immer die Frage im Hinterkopf: "Wem kann ich hier überhaupt noch trauen?". Und sich zudem auch noch die bohrende Frage stellt: "Wie weit wäre ICH bereit zu gehen?!?".

Alles in allem ein nervenzerfetzendes, aber dennoch grandioses Schauspiel, dass uns Herr Strobel da präsentiert. Bleibt am Schluss die Frage: Wie kann ein so sympathisch erscheinender Autor, etwas so krankes aus seinem Geist hervorzaubern?!? 
Mich hat der "kranke Geist" des sonst psychisch hoffentlich völlig stabilen Herrn Strobels jedenfalls voll und ganz in seinen Bann gezogen und mir fantastisch-grauliche Lesestunden beschert. Dafür seit langem mal wieder die vollen 5 Sterne! :-)

FAZIT:
Ein grausiges Spiel, Hochspannung bis in die letzte Nervenspitze, ein grandioser Psychothriller!!!
*5 Sterne*

Die Psychothriller von Arno Strobel

Mit »Das Rachespiel« hat Arno Strobel seiner Reihe von Psychothrillern bereits das fünfte Werk hinzugefügt. Doch er ist nicht aufzuhalten, denn seit Mitte Dezember 2014 ist bereits sein nächster Psychothriller »Das Dorf« im Handel erhältlich.
Die einzelnen Titel sind in sich grundsätzlich abgeschlossen und können unabhängig voneinander in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. In »Der Sarg« treffen wir allerdings einen alten Bekannten aus »Das Wesen« wieder, dessen Vorgeschichte man für die Lektüre des Sargs nicht kennen muss. Ich persönlich finde es dennoch angenehmer.

Bisher erschienen:
Bevor er sich sehr erfolgreich den Psychothrillern zuwandte, veröffentlichte der Autor bereits zwei weitere Thriller:
  • Magus - Die Bruderschaft
  • Castello Cristo

Kommentare:

  1. Ok, Du hast mich überzeugt, Rachespiel wandert ganz oben auf meine WuLi!

    LG
    Sabine

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    1. Hehehe... ;-)
      Das freut mich, Sabine! :-) Wenn du durch bist, dann lass mich doch wissen, wie es dir gefallen hat. Ich freu mich immer über weitere Kommentare! :-)

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