Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Sonntag, 9. Februar 2014

JONAS JONASSON: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand [Hörbuch-Rezension]

Meine No. 2 gleich für beide zwei meiner Lese-Challenges...   :-)


(Bildquelle: Der Audioverlag)

Genre:

Roman

Kurzbeschreibung:

"Allan Karlsson hat Geburtstag. Er wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf das große Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne: er verschwindet einfach – und schon bald steht ganz Schweden wegen seiner Flucht auf dem Kopf. Doch mit solchen Dingen hat Allan seine Erfahrung, er hat schließlich in jungen Jahren die ganze Welt durcheinander gebracht.



Jonas Jonasson erzählt in seinem Bestseller von einer urkomischen Flucht und zugleich die irrwitzige Lebensgeschichte eines eigensinnigen Mannes, der sich zwar nicht für Politik interessiert, aber trotzdem irgendwie immer in die großen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts verwickelt war."   
(Quelle: Verlagstext Der Hörverlag)

Ungekürzte Hörbuchfassung
Sprecher: Peter Weis
Laufzeit: 13h 24min
Erschienen bei Der Hörverlag.
Erhältlich als:
- Taschenbuch
- ungekürzte Hörbuchfassung (Download)
- gekürzte Hörbuchfassung (CD & Download)
- eBook

Über den Autor:

"Jonas Jonasson, geb. 1961 im schwedischen Växjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen „Smålandsposten“ und „Expressen“. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er alles und schrieb den Roman, über den er schon jahrelang nachgedacht hatte: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Das Buch trat in Schweden eine regelrechte Allan-Karlsson-Manie los und ist inzwischen zu einem weltweiten Bestseller geworden. Der Roman wird derzeit verfilmt und wird im Frühjahr 2014 in die deutschen Kinos kommen. Im November 2013 erschien Jonassons zweiter Roman "Die Analphabetin, die rechnen konnte" in Deutschland und wurde sofort zum Nr.-1-Bestseller."
(Quelle: Autoren-Info Der Hörverlag)

Über den Sprecher:


"Peter Weis absolvierte sein Schauspielstudium an der Niedersächsischen Hochschule für Musik und Theater. Anschließend folgten Engagements in Darmstadt, am Deutschen Theater Göttingen und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Weis wirkte außerdem in zahlreichen Fernseh- und Filmproduktionen mit und schreibt Drehbücher für das Kinderfernsehen des NDFR. Er arbeitet als Synchronsprecher, so z. B. für den Film "Die Sopranos", und ist als Regisseur und Sprecher für den Hörfunk tätig."
(Quelle: Sprecher-Info Der Hörverlag)


Hörproben:

Zur Hörprobe bei audible.de geht es HIER.
Zur Hörprobe beim Audiobuch-Verlag geht es HIER.
(Die Buttons unter den Covern.)

Mein Fazit:

Mit etwas ungewissen Erwartungen bin ich an Jonas Jonassons viel gerühmtes Erstlingswerk herangegangen. Seit der Aktion "Blogger schenken Lesefreude" im letzten Jahr stand das Buch auf meiner Liste der "interessanten Bücher, die eigentlich nicht zu meinem sonst üblichen Lese-Genre gehören". Obwohl nicht so wirklich wissend, was mich erwartet, reizte mich der Hundertjährige nun schon recht lang. Und so bin ich mit Allan Karlsson auf meinen langen Autofahrten zur Arbeit ins neue Jahr gestartet und wurde nicht enttäuscht. Obwohl ganz anders als erwartet, hat mir die Geschichte Allan Karlssons  äußerst amüsante bis spannende Lesestunden beschert. Manchmal hätte der Arbeitsweg ruhig noch ein wenig länger sein dürfen....  :-)

Wie schon gesagt, eine richtige Vorstellung, was genau das Buch nun beinhalten wird, hatte ich gar nicht, als ich zu lesen (oder besser zu hören) begann. Die Inhaltsangabe ist da ja eher sehr vage. Also ließ ich mich einfach überraschen, von einer mit viel Witz und trockenem bis hin zu oft recht schwarzem Humor gespickten Geschichte, die das Leben von einem Hundertjährigen erzählt. Dem Hundertjährigen Allan Karsson, der entgegen der Meinung aller wohl so gar nicht der Auffassung ist, dass er schon zu alt für ein paar Abenteuer sei. So verschwindet er eben kurzerhand und gerät, kaum dass er aus dem Fenster seines Zimmers im Seniorenheim geklettert ist, direkt in ein Abenteuer, von dem er sich wahrscheinlich selbst kaum hätte träumen lassen, dass es sich entwickelt, wie es sich eben entwickelt....


Dabei beschreibt Jonas Jonasson nicht nur das äußerst turbulente Abenteuer, dass der Hundertjährige nach seiner Flucht vor seiner eigenen 100. Geburtstagsfeier erlebt, sondern auch all die Abenteuer, die er in seinem nun bereits 100 Jahre andauernden Leben so erfahren durfte. Und ohne zu viel verraten zu wollen, kann ich wohl sagen, das waren schon so einige, denn 100 Jahre sind eine lange Zeit. Und so begleiten wir Allan Karlsson auf seiner turbulenten Reise durch die Gegenwart, immer wieder unterbrochen durch unglaubliche und haarsträubende Erzählungen über die wahnwitzigen Ereignisse im Leben Allan Karlssons, die wohl gelindegesagt für ganze vier Leben oder mehr gereicht hätten. Die ganze Geschichte ist jedoch so schmunzelnd überzogen, dass wohl kaum glaubwürdig erscheint, dass ein einziger Mensch - und wäre er zweihundert Jahre alt - auch nur einen Bruchteil dessen erlebt hätte, was der etwas schrullige, aber doch äußerst gewiefte Allan Karlsson aus seinem langen Leben zu berichten weiß. Katzengleich könnte man vielleicht auch sagen, denn irgendwie scheint der uns doch sehr sympatische, chaotisch-witzige alte Mann neun Leben zu haben. Und so gesehen passt es vielleicht doch.... ;-)

Das all die Ereignisse - ob nun gegenwärtig im Jahr 2005 nach Allan Karlssons "Fenster-Flucht" oder vergangen, über all die langen Jahre seines Lebens - doch mehr oder weniger unglaubwürdig erscheinen, tut aber dem Lesevergnügen nicht den geringsten Abbruch. Denn Jonas Jonasson erzählt das Ganze auf eine derart amüsante, trocken humorige und bisweilen kindlich-naive Art, dass es den Leser wenig stört, dass die oft fast märchenhaft anmutende Erzählung wohl kaum einer Realtiätsprüfung standhalten würde. Ich glaube, der Erzählstil ist einzigartig und macht die Geschichte des Hundertjährigen erst zu dem, was sie letzten Endes ist. Nämlich einfach lesenswert.

Nicht zuletzt glaube ich aber, tut auch der Sprecher seinen Teil dazu. Ist der Schreibstil Jonas Jonassons für sich gesehen schon ein absoluter "Hingucker", tut die unglaublich humorvolle Erzählung von Peter Weis ihr übriges, um das Buch zu einem wirklichen Highlight zu machen. Es ist schwer zu beschreiben, darum solltet ihr euch die Mühe machen, einfach mal in die Hörprobe hinein zu hören. Mein erster Gedanke war zunächst zwar, "Was ist denn das, wo haben sie denn den Märchen-Opa ausgegraben"....
Doch schon nach den ersten Hörminuten durfte ich erkennen, dass Peter Weis mit seiner Märchenerzähler-Stimme und seiner Art Jonas Jonassons amüsante Erzählung zu interpretieren passte, wie die Faust aufs Auge. Der Verlag hätte in meinen Augen keinen besseren Sprecher für dieses Buch wählen können.

So gesehen passt also wirklich alles. Wer die lange Geschichte von Allan Karlssons Leben noch nicht kennt, sollte also schnell zugreifen. Buch kaufen oder besser noch Hörbuch runterladen. Denn ich denke, das Buch für sich ist schon ein absolutes Lesevergnügen. Doch zum absoluten Highlight wird es erst durch die äußerst gelungene Erzählung von Peter Weiß. 

FAZIT:
Ein äußerst gelungener Start ins Lesejahr 2014! 
Amüsant, kurzweilig, mit viel Witz und trockenem Humor, auf eine einzigartige Weise vorgetragen von einem Hörbuchsprecher, der passender nicht hätte gewählt werden können. LESEN!!!
*4½ Sterne*

Die Verfilmung

Übrigens... 

Im März 2014 startete der Hundertjährige auch in den deutschen Kinos durch. 
Na ja, was man so durchstarten nennt. Der Film war wohl lange nicht so erfolgreich, wie das Buch. MEINE hohen Erwartungen an den Film wurden jedenfalls maßlos enttäuscht. Wahrscheinlich war es aber auch ein bisschen viel verlangt, dass ein Film das ereignisreiche Leben des Allan Karlsson ebenso gut in Szene setzen könnte, wie das Buch.
Natürlich hab ich auch eine kleine Kritik zum Film für euch verfasst. Ihr findet sie HIER.


Kommentare:

  1. Huhu,

    klingt ja sehr interessant! Tolle Rezi!
    Das Buch sieht man ja sehr oft, aber so wirklich konnte ich damit nichts anfangen. Jetzt habe ich aber einen guten Eindruck gewonnen =) Danke dafür! Ich hab es mal auf meine Wunschliste gepackt!

    LG Maria

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    1. Hey Maria,

      freut mich, dass du vorbeigeschaut hast. :-)
      Ja, das Buch ist wirklich lesenswert. Mal etwas ganz anderes einfach.
      Was ich vom Film leider nicht behaupten kann. Hast du auch mein Posting zur Filmkritik gesehen? Der Film war einfach ein absoluter Flopp....
      http://toms-lesewelten.blogspot.de/2014/03/literaturverfilmung-der-hundertjahrige.html

      Übrigens, wenn dir meine Seite gefällt, werde doch Follower oder like einfach meine Facebook-Seite ( www.facebook.com/TomsLesewelten ). So verpasst du keine Neuigkeiten mehr und ich freue mich immer über neue Gesichter auf meinen Seiten. Natürlich kannst du gerne auch den Blog oder die Facebook-Seite für deine Freunde teilen.... ;-)

      Also, vielleicht bis bald.
      Liebe Grüße, Thomas!

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    2. Hallo nochmal,

      immer diese Werbung, tztztz ;) Ich hab mich schon bisschen umgeschaut und festgestellt, dass du sehr viel von dem liest, was ich mir nie angucken würde ;) Bin mehr so der Fantasy-Mensch, wie du auf meinem Blog ( http://engelsmomente.blogspot.de/ ) sehen wirst =)
      Aber gut, wenn du so nett fragst, hab dich mal bei FB gelickt ;)

      Liebe Grüße
      Maria

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