Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Montag, 14. Oktober 2013

STEPHAN LUDWIG: Zorn - Wo kein Licht (Rezension)

Und wieder ein Stück weiter bei meiner "Lese-Challenge" . Der ZORN ist die Nummer 18 auf meiner Liste....   :-)


(Bildquelle: Eigenes Foto)

Genre:

Thriller / Krimi

Kurzbeschreibung:

"»Bald wird sich die Dunkelheit über seine Augen senken wie ein Vorhang. Dann wird er allein sein, allein mit den Bildern, diesen grauenvollen Bildern. Und er weiß, wer den Preis dafür zahlen muss …«

Ein Mann springt im Morgengrauen von einer Brücke und erschießt sich im Fall. Ein anderer verschwindet, ein dritter überlebt eine Massenkarambolage und ist seither auf der Flucht. Auf dem Ball der Polizeigewerkschaft kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall.
Zorn ist heillos überfordert, denn er muss die Ermittlungen zunächst in allen Fällen allein führen. Sein Kollege Schröder liegt vorübergehend mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus – auch er saß in einem der Unfallwagen bei dem Massenzusammenstoß. Zorn kann sein Pech nicht fassen und weiß genau, dass er ohne Schröders ermittlerischen Scharfsinn keine heiße Spur haben wird.
Die Ermittlungen drohen jeden Moment aus dem Ruder zu laufen, da geht eine anonyme Nachricht ein: Alle Fälle hängen auf perfide Weise zusammen. Und Zorn hat bald eine Vermutung, wer hinter all dem stecken könnte, doch weder Schröder noch Staatsanwältin Frieda Borck glauben ihm. Ein fataler Fehler, wie sich bald herausstellen soll …

Ein neuer Fall für Hauptkommissar Claudius Zorn und den dicken Schröder.
"
(Quelle: Verlagstext Fischer Verlage)

Taschenbuch
416 Seiten, Preis: 9,99 €
Erschienen bei Fischer Verlage

Über den Autor:

"Stephan Ludwig, Jahrgang 1965, arbeitete als Theatertechniker, Musiker und Gaststättenbetreiber. Er lebt in Halle und hat sich als Rundfunkproduzent einen Namen gemacht. Beim Schreiben arbeitet er genau wie im Tonstudio: aus dem Bauch heraus. Krimis zu schreiben ist für ihn ein Glücksfall, dabei stellt er seine Ermittler Zorn und Schröder gerne vor echte Herausforderungen.
  

Mein Fazit:

Ein guter Zorn.... ähm... ich meine natürlich, ein guter Stephan Ludwig! :-) Ein sehr guter sogar, aber trotzdem, wie ich finde, nicht sein bester. Er hat mich nicht so sehr gefesselt, wie die Vorgänger, trotzdem habe ich die Lektüre wieder einmal sehr genossen!

Dabei geht es nach bester Stephan-Ludwig-Zorn-Manier gleich zu Anfang knackig los. Kein langes Vorgeplänkel, der Leser ist sofort mitten drin in der Handlung und bekommt direkt auf den ersten Seiten sogleich auch die erste Leiche serviert. So kennen und lieben wir es bei den Bücher von Stephan Ludwig. (Also, ich meine hier natürlich nicht die Leichen, sondern dass es gleich ohne lange Vorrede spannend wird... *zwinker*)
Und nicht nur mit der ersten Leiche geht es gleich in die Vollen, wie gewohnt. Auch was die, für Stephan Ludwigs ZORN-Bücher so typische Stimmung angeht, so ist es dem Autor auch hier wieder sehr gut gelungen, diese erneut in sein drittes Buch zu übertragen. Spätestens gleich zu Beginn des zweiten Kapitels, in dem der etwas schrullige Hauptkommissar zum ersten Mal "die Bühne betritt", ist der Leser sofort wieder in der altbekannten "Zorn"-Stimmung, welche die Leser bereits aus den beiden Vorgängern kennen.

Und auch diesmal stellt sich die Aufklärung des Falles und die Suche nach dem Mörder wieder einmal mehr als verzwickt heraus. Je weiter Zorn und Schröder ermitteln, desto undurchsichtiger wird das Ganze und umso unwahrscheinlicher erscheint es, dass die beiden jemals zur Lösung des Falls gelangen werden. Dabei führt der Autor den Leser natürlich von Kapitel zu Kapitel wieder einmal geschickt aufs Glatteis und sobald der Leser glaubt, des Rätsels Lösung auf der Spur zu sein, schlägt der Stephan Ludwig einen erneuten Haken, so dass die Spur ein weiteres Mal im Sande verläuft. Äußerst spannend!

Neben der Haupthandlung, hat sich Stephan Ludwig diesmal aber auch sehr viel Zeit genommen, seine Charaktere weiter auszubauen und tief in deren Privatleben einzudringen. Sicher hat sich der Autor das Feedback seiner Leser zu Herzen genommen (schon bei Zorn 2, wie jetzt auch bei Zorn 3 habe ich an einer Leserunde von crimethrill auf facebook teilgenommen, an der auch Stephan Ludwig selbst beteiligt war) und versucht, deren Wunsch nach mehr Persönlichem aus Zorns und Schröders Leben zu erfüllen. Allerdings ist er dabei in meinen Augen fast ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen. Ein wenig mehr Tiefgang für die Protagonisten finde ich sehr gut, stellenweise hatte ich aber das Gefühl, dass die "privaten Anteile" die eigentliche Thriller-Handlung mehr und mehr in den Hintergrund drängen. Das fand ich letztendlich ein wenig störend, weil es den Spannungsbogen doch immer wieder ein bisschen zu sehr unterbrochen hat. Darum konnte ich diesmal auch nicht ganz die vollen 5 Sterne vergeben. Aber ich denke, das ist sicher unter "Jammern auf hohem Niveau" verbuchbar, denn es bleiben ja immer noch sehr gute 4 Sterne übrig! Außerdem ist das sicher auch Geschmackssache, denn in meiner Leserunde zum aktuellen Zorn habe ich auch ganz begeisterte Stimmen gehört, die genau diesen privaten Einblick ganz besonders gut fanden.

Der Schlussteil des Buches ist wie gewohnt spannend und der Leser kann wieder einmal einen nahezu hollywoodreifen Showdown erwarten. Ganz zu schweigen von einer weiteren völlig unerwarteten Wendung bezüglich der Protagonisten, die dem Leser zunächst einmal einen ordentlichen Schrecken einjagt und somit aber auch gleich "scharf macht" auf den nächsten ZORN.
Also Stephan... Ab an den Schreibtisch!!!! Schreiben!!!!!

FAZIT:
Ein guter Thriller, wieder einmal ein "typischer ZORN", wenn auch nicht der beste aus der Reihe. Trotzdem äußerst lesenswert!
*4 Sterne*


Weiteres von Stephan Ludwig


  • Buch 1: ZORN - Tod und Regen
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