Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Samstag, 13. Juli 2013

DAVID BALDACCI: Das Versprechen [Rezension]

Und die nächste Etappe....
Mit "Das Versprechen" habe ich wieder mal ein Buch abgeschlossen, das gleich für beide meiner "Lese-Challenges" zählt. Einmal No. 4 erfüllt und einmal sogar schon Aufgabe 12 ausgeführt.....   :-)


Club-Premiere (Lizenzausgabe)

Genre:

Roman
(Drama / Familiensaga)


Kurzbeschreibung:

"Amerika 1940: Ein einziger schrecklicher Moment ändert das Leben der zwölfjährigen Lou von Grund auf. Bei einem Autounfall kommt ihr Vater ums Leben, und ihre Mutter fällt ins Koma. 
Die einzige Verwandte, die sich um Lou und ihren kleinen Bruder Oz kümmern kann, ist ihre Urgroßmutter Louisa Mae, die auf einer Farm in Virginia wohnt. Doch das Leben in den Bergen ist hart, und die Kinder müssen schwer mitarbeiten. Nur allmählich erschließt sich ihnen die Schönheit der Welt, die sie umgibt. 
Erst als eine Bergbaugesellschaft die Hände nach dem Besitz ausstreckt, wird Lou klar, wie viel ihr das Land, das ihr Vater so liebte, bedeutet, und dass es sich dafür zu kämpfen lohnt ..."   
(Quelle: Verlagstext Lübbe-Verlag)




(Cover: Lübbe-Verlag)
Gebunden - Club-Ausgabe, 368 Seiten
Originaltitel: Wish you well
Erschienen bei RM Buch und Medien Vertrieb GmbH
(Club-Ausgabe Im Handel vergriffen, weiterhin erhältlich in der Ausgabe von Lübbe.)

Ausgabe erschienen im Lübbe-Verlag
Erhältlich als:
- Gebundene Ausgabe
- Taschenbuch
- eBook
- gekürzte Hörbuchfassung (CD & Download)


Über den Autor:

"David Baldacci wurde 1960 in Virginia geboren, wo er heute lebt. Er wuchs in Richmond auf; sein Vater war Mechaniker und später Vorarbeiter bei einer Spedition, seine Mutter Sekretärin bei einer Telefongesellschaft. 
Baldacci studierte Politikwissenschaft an der Virginia Commonwealth University (B. A.) und Jura an der University of Virginia. Während des Studiums jobbte er u.a. als Staubsaugerverkäufer, Security-Guard, Konstrukteur und Dampfkesselreiniger. Er praktizierte neun Jahre lang als Anwalt in Washington, D.C., sowohl als Strafverteidiger als auch als Wirtschaftsjurist. 

Von David Baldacci wurden bislang 21 Romane* in deutscher Sprache veröffentlicht. Seine Werke erschienen auch in Zeitungen und Zeitschriften wie USA Today Magazine und Washington Post (USA), Tatler Magazine und New Statesman (Großbritannien), Panorama (Italien) und Welt am Sonntag (Deutschland). Außerdem hat er verschiedene Drehbücher fürs Fernsehen geschrieben. 
David Baldaccis Bücher wurden in 45 Sprachen* übersetzt und in mehr als 80 Länder verkauft. Alle Romane von David Baldacci waren nationale und internationale Bestseller. Die Gesamtauflage von David Baldaccis Romanen liegt bei über 110 Millionen Exemplaren*.

Neben seiner Arbeit als Schriftsteller engagiert sich Baldacci für eine Reihe karitativer und gesellschaftlicher Institutionen, darunter der National Multiple Sclerosis Society, der Barbara Bush Foundation for Family Literacy, der Virginia Foundation for the Humanities, der America Cancer Society, der Cystic Fibrosis Foundation und der Viriginia Commonwealth University.
David Baldacci ist verheiratet und hat zwei Kinder: Tochter Spencer und Sohn Collin. Er lebt mit seiner Familie in Virginia, nahe Washington, D.C.."
(Quelle: Autoren-Info Lübbe-Verlag, *Angaben aktualisiert lt. Angaben der offiziellen Autoren-Homepage)

Weitere interessante Infos über den Autor finden sich auf seiner offiziellen Homepage.
Dort findet sich auch ein interessanter Artikel (klick) zur Recherche von »Wish you well« sowie der Link zu einem wirklich ansprechenden Musikvideo zum Buch (klick) aus einem High-School-Projekt.

Film-Adaptation:

Laut den FAQs auf Baldaccis Homepage gibt es ein Filmprojekt zu »Wish you well«. Nach den dortigen Angaben wurde - 12 Jahre nach Erscheinen des Buches - eine Film-Adaptation in Virginia gedreht und auch die Nachbearbeitungen sind scheinbar bereits abgeschlossen. Wann der Film erscheint, ob in Kino oder Fernsehen, und ob und wann der Film auch in Deutschland erscheinen wird, wurde aus den Angaben leider nicht ersichtlich. Wir dürfen also gespannt sein.

Hier aber noch ein kleines Interview zu »Wish you well« und zum geplanten Film:





Mein Fazit:

»Baldacci glänzt mit seinem bislang besten Werk. ... Dieser Roman hat ein großes Herz - und Millionen Leser werden ihn lieben.«
So titelt eine Kritik von Publishers Weekly, die auf dem Cover der Lübbe-Ausgabe abgedruckt ist. 

Und was soll ich sagen? Ich finde, ich kann dem nur zustimmen. "EINES seiner besten Werke" würde ich vielleicht ergänzen, denn es gibt weitere Bücher von ihm, die mich sehr begeistern. 
Eines ist »Das Versprechen« aber ganz sicher; sein mit Abstand gefühlvollstes und berührendstes Buch. Ein mal so völlig anderer Baldacci, wie man ihn für gewöhnlich kennt. Sind seine Bücher doch sonst - bis auf ganz wenige Ausnahmen - immer im Thriller-Genre zu finden, so hat er sich mit diesem Buch in ganz andere Gefilde vorgewagt und dies ist ihm wirklich gut gelungen. was nicht zuletzt ganz sicher am persönlichen Bezug zur Geschichte liegt. 

Mitnichten hat Baldacci mit »Das Versprechen« einen autobiographischen (Familien-)Roman geschaffen, aber dennoch hat er persönliche Bezüge, kennt das Land und die Berge, über die er schreibt. 
Im Vorwort seines Romans schreibt er:
»Von den Ortsnamen abgesehen, ist DAS VERSPRECHEN frei erfunden, nicht aber die Bühne, auf der die Geschichte spielt: die Appalachen. Ich bin in diesen Bergen aufgewachsen [...], Viele Jahre war das Bergland unser Zuhause.« (Club-Ausgabe, Vorwort, S. 7)
Seine Großmutter lebte fast ihr ganzes Leben in den Bergen Virginias, seine Mutter wuchs dort auf und hat ihre Kindheit und Jugend dort "oben auf dem Berg" verbracht. Von ihnen hat er viele Geschichten über das oft nicht leichte und entbehrungsreiche Leben in den Bergen gehört. vieles über das Land und das Leben dort erfahren. Nicht zuletzt erzählt er, dass er selbst viel Zeit dort oben verbracht hat. Und wenn auch die Geschichte, die er in »Das Versprechen« erzählt, lange vor seiner Zeit spielt, so ist es doch die Liebe zum Land, über das er schreibt, die in seinen Zeilen zu spüren ist und das Buch zu dem macht, was es ist.

Mit dem Wissen und den Erfahrungen aus den Erzählungen seiner Mutter und Großmutter, gepaart mit den eigenen Erinnerungen an das Bergland Virginias, hat Baldacci eine Geschichte geschaffen, die in ihrer Plastizität schon fast an ein Epos grenzt. Seine Beschreibungen  von Land und Leuten, der Berge und Orte, sind kurzweilig und dennoch von einer derartigen Bildhaftigkeit, dass beim Leser beinahe der Eindruck entsteht, die entstehenden Bilder tatsächlich auf der großen Leinwand vor sich zu sehen.
Und bei all dem ist deutlich zu spüren, dass Baldacci mit Leib und Seele beim Verfassen dieses Buches zu Werke gegangen ist. Ganz bestimmt nicht sein letztes Buch, aber ganz sicher ein Lebenswerk für ihn. Und genau das ist es wahrscheinlich, was den Leser in diesem Buch so in seinen Bann zieht.

Mir ist es jedenfalls so ergangen. Dabei geht es zunächst doch eher etwas zurückhaltend los. Deshalb auch der eine Stern Abzug. Nicht, dass nichts passiere, startet es doch recht bald auch gleich mit dem tragischen Unfall und dem Tod des Vaters. Und doch plätschert die Handlung während der ersten Kapitel eher ein wenig dahin, Baldacci nimmt sich Zeit seine Protagonisten sachte aufzubauen und es brauchte ein wenig, bis ich so wirklich in die Handlung eintauchte.
Doch nachdem ich diesen Punkt erreicht hatte, gewann ich schnell einen Bezug zu Lou, ihrem kleinen Bruder Oz und deren tragischem Schicksal. Nachdem ich nach der eher zögerlichen Lektüre der ersten etwa 30 bis 40 Seiten Feuer gefangen hatte, habe ich das Buch dann auch in nur zwei Tagen komplett verschlungen. Die Geschichte der beiden und nicht zuletzt auch der Ort ihrer häufig tragischen, aber dennoch auch oft komischen Abenteuer zog mich schnell in den Bann, ließ mich bis zum Ende nicht mehr los und hat mich schlussendlich zutiefst berührt.

Für alle, die David Baldacci als Thriller-Autor kennen und lieben, sei hier trotzdem noch einmal in aller Deutlichkeit gesagt, um einen Thriller handelt es sich bei »Das Versprechen« definitiv nicht. Denjenigen, die aber gerne auch mal ein gefühlvolles Buch mit viel Tiefgang lesen, kann ich auch diesen Baldacci nur empfehlen. Und trotz allen Gefühls und Tiefgangs muss der Leser letzten Endes auch hier auf eine gewisse Spannung nicht verzichten. Baldacci wäre wohl nicht Baldacci, wenn selbst in seinem gefühlvollsten Werk nicht doch auch eine entsprechende Portion Spannung enthalten wäre. Und so lautet eine weitere, auf der Lübbe-Ausgabe abgedruckte Kritik, diesmal von Richmond Times-Dispatch: »Das Ende ist reiner Baldacci, spannend bis zur letzten Seite.«
Auch dem kann ich wieder nur zustimmen. Mal wieder hat sich Baldaccis Jurastudium und die jahrelange Erfahrung als praktizierender Anwalt bemerkbar gemacht, wenngleich ich an dieser Stelle auch wirklich nicht mehr verraten möchte. Für einen spannenden "Showdown" - wenn man das im Zusammenhang mit einem Werk wie diesem denn so nennen mag - sorgt Baldacci jedenfalls allemal.

Noch ein Wort zum Titel. In meinen Augen ist dieser, wie so oft nur bedingt passend gewählt. Sicher gibt es eine Reihe von Versprechen im Laufe der Geschichte und nach Beenden der Lektüre erschließt sich dem Leser eine Vermutung, welches Versprechen denn im Speziellen gemeint ist. Dennoch ist der deutsche Titel nur ein Schatten seines Vertreters im ursprünglichen Original.
Der Originaltitel der englischsprachigen Ausgabe lautet »Wish you well«. Beim Lesen der Lektüre erschließt sich für den Leser schon bald, dass der Autor seinem Werk keinen treffenderen Titel hätte verleihen können. Denn mit dem englischen Titel treibt Baldacci auch ein gewisses Wortspiel, welches sich im Laufe der Handlung offenbart und dem Titel einen, wie ich finde, noch weitaus tieferen Sinn gibt, als auf den ersten Blick ersichtlich. 
Zugegeben, ein Titel, für den eine entsprechend griffige deutsche Übersetzung wahrscheinlich auch kaum zu finden ist. Dennoch finde ich, ist »Das Versprechen« eine schwache Alternative für das so unglaublich passende »Wish you well«, was wörtlich übersetzt soviel bedeuten würde wie "Wünsch dich gut / wohl", im Sinne von "Gute Besserung / Gute Genesung". Trotzdem schade....

FAZIT:
Nach einem etwas zurückhaltenden Start, ein mitreißendes und beeindruckendes Werk, welches mich zutiefst berührt und auch Tage nach der Lektüre noch beschäftigt hat. 
*4 Sterne*

Neben einer ganzen Reihe von Einzeltiteln -die meisten davon Thriller- hat David Baldacci auch diverse Thriller-Reihen verfasst. 
Hierzu gehören:

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