Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Samstag, 22. Juni 2013

STEVE MOSBY: Der 50/50-Killer [Hörbuch-Rezension]


(Bildquelle: Eigenes Foto)

Genre:

Thriller


Kurzbeschreibung:

"John Mercer, ein altgedienter Detective, gerät in die Fallstricke eines perfiden Serienkillers. Der 50/50-Killer hat es auf junge Paare abgesehen. Eiskalt quält und manipuliert er sie eine Nacht lang, um die Liebe zwischen ihnen zu zerstören. Nur wer den anderen verrät, sieht den Morgen noch heraufdämmern.

Als die Polizei eines Nachts einen verstörten jungen Mann aufgreift, der Folterspuren aufweist, ist Detective Mercer klar, dass der Killer neue Opfer gefunden hat. Durch seine Flucht hat der Mann seine Freundin dem Tod geweiht. Detective Mercer läuft die Zeit davon, spätestens bei Tagesanbruch wird der Killer sie umbringen. Kann die Polizei das Versteck des Wahnsinnigen aufspüren, der sein Gesicht mit einer Teufelsmaske verhüllt?"
(Quelle: Verlagstext TB-Ausgabe Knaur TB-Verlag)

Gekürzte Lesung
(Als Audio-CD vergriffen, weiterhin erhältlich als Audio-Download)
Sprecher: Heikko Deutschmann & Joachin Kerzel
Laufzeit: 7h 22min - 6 CD
Erschienen bei Der Hörverlag
Erhältlich als:
- Taschenbuch
- gekürzte Hörbüchfassung (Download)
- eBook

Über den Autor:

"Steve Mosby, geboren 1976 in Horsforth/Yorkshire, hat seit seiner Kindheit eine große Leidenschaft: das Schreiben. Er studierte zunächst Philosophie, schaffte dann mit seinem Roman "Der 50/50-Killer" den großen Durchbruch als Thrillerautor. Heute lebt Mosby als freier Schriftsteller in Leeds."
(Quelle: Autoren-Info Der Hörverlag)

Weitere Infos auf der Homepage des Autors.

Über die Sprecher:

"Der Schauspieler Heikko Deutschmann war in zahlreichen TV-Produktionen („Der Laden”, „Kanzleramt” uva.) zu sehen und ist ein gefragter Hörbuchsprecher. Für Random House Audio hat er u.a. „Die Unperfekten” von Tom Rachman und „Das Festmahl des John Saturnall” von Lawrence Norfolk gelesen."  
(Quelle: Sprecher-Info Der Hörverlag)

"Joachim Kerzel arbeitet als Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur und seit vielen Jahren auch höchst erfolgreich als Hörbuchsprecher. Seine markante Stimme ist einem breiten Kinopublikum bekannt durch seine Synchronisation der Hollywoodstars Jack Nicholson, Dustin Hoffmann, Sir Anthony Hopkins, Dennis Hopper."  
(Quelle: Sprecher-Info Der Hörverlag)

Hörprobe:

Zur Hörprobe bei Der Hörverlag geht es HIER.
Zur Hörprobe bei audible.de geht es HIER.

Mein Fazit:

Vielversprechendes Thema, leider äußert schwach umgesetzt!
Sehr, sehr schade, ich hatte mir mehr erwartet. Viel mehr!
Die Story an sich klang vielversprechend, der Klappentext versprach einen überaus interessanten Plot und ließ einen hochspannenden Thriller erwarten. Leider zu früh gefreut. Die Umsetzung des ganzen war eher enttäuschend. 

Zunächst einmal kommt das Ganze nach einem ziemlich altbekannten Muster daher. Ein alternder, ehemals hochangesehener Ermittler, an einem alten Fall gescheitert, gestrauchelt und dabei beinahe zerbrochen. Mehr oder weniger in Ungnade gefallen und nun nur noch ein Schatten seines früheren erfolgreichen Selbst, nimmt sich eines neuen Falles an, um sich selbst und der Welt zu beweisen und "zur alten Größe" zurückzukehren - selbstverständlich unter den skeptischen Augen aller Kollegen und natürlich vor allem der Vorgesetzten. Dazu ein neues Gesicht im Team, jung, frisch, unerfahren, dafür aber hochmotiviert, welches den "Alten" natürlich auf Grund der früheren "Größe" hoch schätzt und mit ihm gemeinsam bereit ist, diese "letzte Chance" zu nutzen und ihn wieder auf Spur zu bringen.

Okay, alles nicht ganz neu, alles schon mal da gewesen, trotzdem bisweilen ja auch ein ganz erfolgversprechendes Rezept für einen guten Thriller. Warum also nicht auch in diesem Fall? Das soll der Spannung ja nicht unbedingt einen Abbruch tun. 
Trotzdem, diesmal hat es leider eben nicht so wirklich gefruchtet. Der Schreibstil von Steve Mosby ist insgesamt recht flüssig, trotzdem springt der Funke nicht so richtig über. Die Handlung zieht sich eher so dahin, es gibt immer wieder kurze Szenen- und Perspektiven-Wechsel, die ich für den Fluss der Story häufig eher als störend, denn als frische Auflockerung empfand. Insgesamt hat mich das Ganze oft mehr gelangweilt als mir die Zeit zu vertreiben. Wirkliche Spannung kam nur an wenigen Stellen auf, wurde dann leider oft auch schnell durch einen erneuten Szenenwechsel wieder zunichte gemacht.
Nicht das so gar nichts passiert wäre, Handlung war durchaus schon vorhanden, doch hätte sie mitreißender sein können, hätte doch die wirklich spannende Grundidee so viel mehr hergegeben.

Insgesamt war das Buch auch nicht so schlecht, dass ich es hätte abbrechen wollen, habe ich letzten Endes darauf gewartet, dass die Spannung irgendwann doch noch so richtig zündet. Gegen Ende tat sie das dann, wenn auch mehr oder weniger leidlich noch, obgleich es auch dann nicht unbedingt ein hollywoodreifer Showdown war.
Aber auch das Ende war alles in allem für mich leider nicht überzeugend. Hier hätte der Autor sich durchaus ein bisschen mehr ins Zeug legen können. Nicht nur, dass das Ende recht abrupt und ziemlich knapp daher kam. Die Auflösung des Falls war mir etwas zu dünn. Beweggründe und Motive des Täters fallen mehr oder weniger ganz unter den Tisch, wer der Mörder eigentlich genau war, wird nicht wirklich schlüssig aufgelöst und zuguterletzt bleibt auch die ein oder andere Frage bezüglich des Hauptermittlers offen, wobei ich hierauf nicht näher eingehen kann, um nicht vorher schon zu viel zu verraten. 
Wirklich schade, denn nachdem sich der Leser nun schon so lang durch die doch insgesamt eher zähe Story gekämpft hat, hätte er zumindest ein wirklich schlüssiges Ende verdient.

Die Sprecher machen ihre Sache ganz passabel. Ich habe zwar auch hier schon mitreißendere Lesungen gehört, aber obwohl stellenweise recht trocken, gelingt es Deutschmann und Kerzel dennoch mit einer guten Intonation und stimmlicher Varianz, die einzelnen Charaktere ganz gut abzugrenzen und der Story zumindest ein bisschen Atmosphäre zu verleihen.

Alles in allem bin ich also eher unzufrieden und ganz froh, dass es in diesem Fall nur die gekürzte Fassung gab. Normalerweise überhaupt kein Freund von gekürzten Büchern, diese habe ich geschenkt bekommen, bin ich diesmal im Nachhinein recht dankbar, drängt sich mir doch der Gedanke auf, dass eine vielleicht doppelt so lange, ungekürzte Fassung sich wohl als eine endlos zähe Schleife einer platt ausgearbeiteten Handlung entpuppt hätte.

Eine insgesamt eher enttäuschende Erfahrung. Ich kann dieses Buch diesmal nicht weiter empfehlen. Immerhin trotzdem noch 2½ Sterne, einen für die durchaus gute Grundidee, einen weiteren für die ganz passable Lesung und den letzten halben für die immerhin auch vorhandenen Passagen, in denen die Spannung doch wenigstens mal aufloderte.

FAZIT:
Guter, hochspannender Grundgedanke, leider sehr schlecht umgesetzt. Insgesamt nicht wirklich weiterzuempfehlen. Dafür sehr, sehr gut gemeinte
*2½ Sterne*!

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