Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Freitag, 3. Mai 2013

CLAUDIA MECH: Mit Liebe hat das nichts zu tun! [Rezension]



(Bildquelle: eigenes Foto)

Genre:

Autobiographischer Roman
Dokumentation


Kurzbeschreibung:

"Es sollte so ein schöner Urlaub werden. Doch dann kam alles anders. Stefanie verstand die Welt nicht mehr. Warum hatte Vati das getan? Zu Hause setzte sich das Drama fort. Mutti lies sie viel zu oft alleine. Eine Weile fand sie es sogar schön. Doch sie wusste, es ist falsch. Scham und Gewissensbisse ließen sie schweigen. Es hörte nicht auf. Fast ein ganzes Jahr!
Schließlich empfand sie nur noch Abscheu. Als der Ekel sich ins Unermessliche gesteigert hatte, fasste sie einen folgenschweren Entschluss...


Ein Kind zwischen Alltag und sexuellem Missbrauch.
Claudia Mech beschreibt hier auf ungewöhnlich offene Weise in Form eines autobiographischen Romans, wie sie ihre Kindheit erlebt. Der Missbrauch durch den eigenen Großvater legt sich wie eine schwarze Wolke auf ihren Alltag mit Schule, Freunden und Freizeit. Lebhaft, fast fröhlich schildert sie ihre Gefühle und ihre Konflikte. Die Befreiung gelingt auf ungewöhnliche Weise. Dass ihre Seele heil bleibt, grenzt an ein Wunder."
(Quelle: Klappentext)

Taschenbuch - Roman
160 Seiten, Preis: 11,00 €
ISBN: 3-936628-19-7

Über die Autorin:

"Claudia Mech wurde 1970 in Heinsberg/Rheinland geboren und wuchs in Wassenberg bei ihren Großeltern auf. Hier besuchte sie die Realschule und machte eine Ausbilidung zur Arzthelferin. Im Jahr 1993 heiratete sie und lebt zusammen mit ihrer Familie."
(Quelle: Autoren-Info Klappentext)


Mein Fazit:

Eindrücklich.... Bewegend.... Berührend....
Ich muss sagen, es fällt mir diesmal schwer, eine Rezension zu diesem Buch zu verfassen. Claudia Mech erzählt ihre Geschichte. Eine sehr ergreifende, bewegend berührende Geschichte, die eigentlich kein Kind und keine Jugendliche oder kein Jugendlicher je erleben sollte. Claudia Mech hat sie erlebt!
Und wer bin ich, dass ich diese Geschichte bewerten oder gar kritisieren wollte? Wäre es nicht anmaßend hier "kluge Weisheiten", "wertvolle Tipps und Ratschläge" oder sogar Kritik und "Nörgeleien" von sich zu geben? In meinen Augen hat all dies nichts zu suchen, in einem Beitrag zu einem solch persönlichen Werk.
Trotzdem ist das Buch es aber mehr als Wert, durch eine Rezension entsprechend gewürdigt und wertgeschätzt zu werden.

Claudia Mech beschreibt frei und offen die Erlebnisse ihrer eigenen Kindheit oder besser ihrer frühen Jugend aus der Sicht von "Stefanie". Warum sie eine andere Person erwählt, um ihre eigene Geschichte zu erzählen, dass wird im Buch nicht deutlich. Vielleicht - so meine These - ist es aber einfach ein Weg, diese traumatisierende Geschichte niederschreiben und dabei trotzdem eine gewisse persönliche Distanz zum Erlebten wahren zu können.

Mit sehr viel Gefühl erzählt die Autorin trotzdem sehr offen, teilweise beinahe fröhlich und leicht, so dass es manchmal fast schon schwer fällt, die tatsächliche Tragik hinter all den beschriebenen Erfahrungen zu erfassen. Ich denke aber, hier hat die Autorin genau das richtige Maß gefunden. So ermöglicht sie dem Leser mit Interesse weiter zu lesen, ohne dabei in allzu große Schwermütigkeit zu verfallen und die Lust am Lesen zu verlieren. Geht es hier schließlich eben doch um Kindesmissbrauch und nicht um einen abenteuerlichen Jugend-Roman.

Ein sehr bewegendes Vorwort und ein ebenso berührendes Nachwort runden das Ganze ab und schaffen einen entsprechenden Ausgleich zu der stellenweise fast schon unverhältnismäßigen Leichtigkeit, die der Leser beim Lesen dieses Buches empfinden mag.

Und am Ende bleibt ein Gefühl von Nachdenklichkeit, die Frage danach, wie so etwas in einer Welt der unseren einfach immer wieder geschehen kann und trotz allem auch ein gewisses Gefühl von Friedfertigkeit und Genugtuung. Friedfertigkeit und Genugtuung darüber, dass Claudia Mech es geschafft hat. Es geschafft hat, mit all den Widrigkeiten, ihren Erlebnissen und Traumatisierungen umzugehen und fertig zu werden, für sich - vielleicht nicht zuletzt durch dieses Buch - einen Weg zu finden, all das zu verarbeiten und letztendlich für sich einen gewissen Frieden mit all dem zu finden. Vielleicht sogar, soweit das jemals möglich ist, auch damit abzuschließen. Ganz abschließen wird sie wahrscheinlich nie, ein Rest wird immer bleiben....

FAZIT:
Gefühlvoll, offen und ehrlich....
Ein eindrückliches, berührendes Buch - berührend und doch dabei nicht erdrückend! 
*4 Sterne*


Kommentare:

  1. Vielen Dank, lieber Tom! Ich fühle mich geschmeichelt! <3

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    1. Nee, nix geschmeichelt...
      Ich war einfach bloß objektiv! ;-)

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  2. Ich bin es buch noch am lessen
    Claudia du habt sehr gut hingeschrieben was du fultest und was du denkst
    du habt das klasse gemacht ich könte das nicht
    Und um es zu lessen kostet mir persönlich fiel kraft nur zu lessen und es ist nicht einaml mijn leben. fur dich mus es screiben noch merh kraft gekostet habben
    ik gebe dir 5 sterne

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    1. Vielen lieben Dank!

      Ich musste mich beim Schreiben in die damalige Zeit zurück versetzen. Das war tatsächlich nicht immer einfach, und es fielen mir auch wieder Dinge ein, die ich eigentlich längst vergessen hatte.

      Aber mach dir keine Sorgen um mich. Mir geht es wirklich gut!

      Liebe Grüße

      Claudia

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  3. liebe Claudia, das Buch habe ich gelesen und war ergriffen. Für Dich war
    es sicher im Nachhinein zurückrufen von Emotionen, die schmerzlich waren - für den Leser ein wichtiges Via, von dieser Problematik zu erfahren, die in mehr Familien vorkommt als man vielleicht ahnt. Dazu
    gratuliere ich dir von Herzen! Rosl

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