Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Montag, 5. November 2012

Kurzbericht Lesung: STEPHAN LUDWIG: Zorn - Vom Lieben und Sterben (Stadtbibliothek Gießen)



Autoren-Lesung mit Stephan Ludwig

Stadtbibliothek Gießen - 15.10.2012



Heute mal ein besonderer Beitrag. Keine Buchrezension.... Keine Leseempfehlung....
Nein, heute mein Kurzbericht über die Autoren-Lesung zu Stephan Ludwigs neuem Zorn-Krimi.
In einer Leserunde, die von Crimethrill veranstaltet wurde hatte ich das Vergnügen, dass neue Buch schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin lesen und mit den anderen Leserunden-Mitgliedern diskutieren zu dürfen. Und nicht nur das, auch der Autor, Stephan Ludwig selbst, hat an der Leserunde teilgenommen, rege mit uns diskutiert und geduldig all unsere Fragen beantwortet. Sehr sympathisch!
Was lag da also näher, als den Autor dann bei einer Lesung auch persönlich kennenzulernen. Meine Rezension zu Stephan Ludwigs zweitem Zorn findet sich hier.
Doch zurück zur Lesung! Kurz gesagt, in einem Wort:
Absolute Spitzenklasse!   (okay, zwei Wörter....)
Der Abend war nett organisiert, Stephan Ludwig selbst ist wohl nicht nur Autor sondern scheinbar auch ein halber Comedian. Er war völlig locker und spaßig gestimmt. Obwohl er was das "locker Draufsein" von sich selbst das Gegenteil behauptete, wirkte er völlig entspannt und überhaupt nicht nervös. Im Gegenteil, sehr publikumsnah und überhaupt nicht abgehoben, nahm er über die ein oder andere Anekdote über sich selbst oder auch über seine Protagonisten Zorn und Schröder schnell Kontakt zum Publikum auf und machte sich so den Zuhörern sehr schnell sympathisch.
Stephan Ludwig - Stadtbibliothek Gießen (Foto: Th. Witte)
Die Lesung fand direkt im Lesesaal der Gießener Stadtbibliothek im Rahmen des diesjährigen Krimifestivals  statt, insgesamt hatten sich zur Premieren-Lesung des "neuen Zorns"  wohl etwa hundert Zuhörer eingefunden. Es gab Getränke zu günstigen Preisen und da Zorn und Schröder ja aus Halle.... ähm...... Entschuldigung, ich meine, da der Autor ja aus Halle an der Saale kommt, gab es als Mitbringsel schon beim Einlass, aber auch überall verteilt auf kleinen Tischchen zwischen den Sitzreihen kleine Schalen mit Halloren-Kugeln.. Kleine Leckereien, die ebenfalls in Halle beheimatet sind. Nette Geste von Stephan Ludwig, der sie selbst übrigens nicht mag, wie er sagte....
Für´s leibliche Wohl und "bücherwurmige" Athmosphäre also ausreichend gesorgt, konnte es somit pünktlich um 20 Uhr losgehen.
Im "Interview" mit der Veranstalterin plauderte der Autor zunächst ein wenig darüber, wie er zum Krimi-Schreiben kam. Danach befreite er erstmal den Lesetisch von der "störenden Bücherpräsentation", seine beiden Bücher waren dort in den erhältlichen Ausgaben aufgebaut, störten dann aber doch ein wenig im Kontakt zum Publikum. Noch ein bisschen Feinjustierung was Ton und Lautstärke anging, dann konnte es endlich losgehen.

Nach eigenen Angaben hatte Stephan Ludwig das Buch selbst erst einige Tage zuvor vom Verlag erhalten und er vermerkte für´s Publikum, dass er auch selbst zum ersten Mal darin lese. Den ein oder anderen Versprecher oder besser Verleser möge man ihm also verzeihen. Darüber hinaus wies der Autor die Zuhörer noch darauf hin, dass er auch ein Spiegel-Magazin in der Tasche habe. Sollte also jemandem langweilig werden, solle betreffende Person sich doch bitte melden, dann würde er aus dem Spiegel vorlesen, was vielleicht interessanter sei. Wie oben schon betont, Stephan Ludwig besitzt Humor und weiß ihn durchaus auch auf eigene Kosten einzusetzen. Keiner der Zuhörer wollte jedoch auf sein Angebot aus dem Spiegel vorzulesen eingehen.

Als Einstieg las Stephan Ludwig direkt das prologartige erste Kapitel, mit dem er die Zuhörer dann auch schnell in die Materie einführte. Direkt im Anschluss stellte er mit dem zweiten Kapitel die beiden Hauptfiguren vor und erhöhte dann die Spannung direkt um ein Vielfaches indem er nahtlos zum ersten Mord überging. Schon hier wurde den Zuhörern klar: Auch der zweite Zorn ist nichts für zart besaitete Gemüter.
Im weiteren Verlauf las der Autor dann verschiedene Abschnitte des Buches vor, mal eher lustig komische, mal ernste und auch den ein oder anderen spannend-nervenzermürbenden Part. Auf die genauen Inhalte soll hier nicht weiter eingegangen werden, denn niemandem soll ja schon im Vorhinein die Spannung genommen werden. Doch soviel sei gesagt, es gab durchaus Momente während Stephan Ludwigs Vortrag in denen das ein oder andere schwere Schlucken bis leichte Aufstöhnen aus dem Publikum zu hören war. Scheinbar waren eben doch auch ein paar zarter besaitete Zuhörer im Raum....
Doch einfach nur um die Inhalte des Buchs allein ging es natürlich sowieso nicht, oder zumindest nicht in erster Linie. Das "Drumherum" war nicht minder interessant.
Der Autor hat immer mal wieder Pause gemacht, kurze Erklärungen, kleine Witzchen oder Annekdötchen von sich gegeben, zu Zorn und Schröder, den anderen Protagonisten oder eben auch zu seiner eigenen Person. Zwischendrin hat er die Zuhörer immer wieder ermuntert Fragen zu stellen. Als dazu wenig Resonanz kam, hat er immer wieder seine Handynummer angeboten. (Die echte übrigens, ich habe es überprüft!)
Schließlich sei es ja möglich, dass es jemand peinlich sei, in so großer Runde Fragen zu stellen. Dann solle man ihm die Frage doch einfach in einer SMS zukommen lassen. Außerdem könne man ihm natürlich auch eine SMS schicken mit dem Inhalt „Bitte hören Sie auf zu lesen, sie langweilen mich!“ oder „Bitte lesen Sie doch lieber aus dem Spiegel vor!“.  Bis zum Ende der Lesung hat jedoch nicht ein einziges Mal sein Handy gepiepst.....
Kurz und gut, die Stimmung war locker, es herschte eine nette Atmosphäre und es war einfach lustig!

Zorn 1 & 2 - handsigniert.... (Foto: Th. Witte)
Nach der Lesung hat der Autor dann noch Bücher signiert, die man selbstverständlich auch gleich am Tisch (versorgt von einer ortsansässigen Buchhandlung) kaufen konnte. Dies brauchte ich natürlich nicht in Anspruch nehmen, denn ich hatte meine eigenen Bücher bereits dabei.
Als ich mich als Mitglied der obengenannten Leserunde zu erkennen gab, war er sogar sehr erfreut und überraschte mich mit der Frage, ob ich noch einen Moment länger da sei. Welch eine Ehre, wer kann da schon "nein" sagen. 

So kam ich also nach Ende der Signier-"Stunde" (ganz so lang hat´s dann letztendlich doch nicht gedauert) sogar noch in den Genuss einer "Privat-Audienz". Bei einer Zigarette vor der Bibliothek (er hat geraucht, ich Fragen gestellt), haben wir uns noch ein Weilchen nett unterhalten. Ich durfte ihn "ganz privat" noch befragen zum Schreiben von Büchern, wie man als Autor so arbeitet, woher er seine Ideen hat und zuguterletzt konnte ich ihm sogar noch ein, zwei Andeutungen zum dritten Buch entlocken, dass er bereits in Arbeit hat. Doch hierüber wird Stillschweigen bewahrt. Schließlich will ich ja hier nicht aus dem Nähkästchen plaudern....
Auch nach der Lesung, "ohne Scheinwerferlicht" wenn man so will, bestätigt sich also erneut der Eindruck. Stephan Ludwig ist ein bodenständiger, ganz normalgebliebener Mensch, wie du und ich. Gar nicht abgehoben, dafür publikumsnah und ohne jegliche Starallüren. Kurz: Einfach sympathisch!

Also, auf den Punkt gebracht:
Ein gelungener Abend, der Weg nach Gießen war keinesfalls umsonst!

Danke für einen netten Abend, Stephan Ludwig!



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