Zitat und Einführung


"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen."
Friedrich Nietzsche

Samstag, 17. November 2012

JAMES PATTERSON: Der Tag, an dem der Wind dich trägt (Rezension)

Foto: Th. Witte

Genre:

Thriller

Kurzbeschreibung:

"Auf den ersten Blick scheint die elfjährige Max ein normales Mädchen zu sein. Doch sie hat ganz besondere Fähigkeiten, die sie von anderen Menschen unterscheidet - und sie ist auf der Flucht. Sie flieht vor einer Horde Männer, die nur ein Ziel haben: sie zu töten.
Als sie auf eine junge Tierärztin und einen ohne offiziellen Auftrag operierenden FBI-Agenten trifft, die ihr zur Seite stehen, ahnt Max, dass sie damit auch die beiden in tödliche Gefahr bringt. Gemeinsam decken die drei eine Verschwörung auf, die an Außergewöhnlichkeit und Grausamkeit alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Doch dann machen sie einen entscheidenden Fehler ..."
(Quelle: Klappentext)

 

Taschenbuch, 380 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe
ISBN: 3-404-14609-3
Orig.Titel: When the Wind blows
 

Über den Autor:

"James Patterson, Jahrgang 1949, wuchs in Newburgh, New York, auf und studierte Englische Literatur am Manhattan College und an der Vanderbilt University. Während seines Studiums jobbte er in einer Psychoklinik, später war er Chef einer großen New-Yorker Werbeagentur. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Florida. Bekannt wurde James Patterson durch die Kriminalromane um Alex Cross und den Weltbestseller "Tagebuch für Nikolas". Für sein Erstlingswerk erhielt James Patterson den begehrten "Edgar-Allan-Poe-Award". Der Alex-Cross-Roman "… denn zum Küssen sind sie da" wurde mit Morgan Freeman in der Hauptrolle verfilmt. Heute ist er einer der erfolgreichsten Thrillerautoren der Welt, mit einer Gesamtauflage von über 130 Millionen Exemplaren. Das Wirtschaftsmagazin Forbes zählt ihn zu den 100 berühmtesten Personen der Gegenwart. "Der Prometheus Code", der Abschlussband seiner Maximum-Ride-Trilogie, stieg ebenso wie die ersten beiden Bände von Null auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste für junge Leser. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung."
(Quelle: Bastei Verlag)
 
Weitere interessante Infos finden sich auf James Pattersons offizieller Homepage.
 

Mein Fazit:

Was soll ich zu diesem Buch sagen. Es fällt mir schwer, meine Bewertung in Worte zu fassen. Ich würde vielleicht das Wort "durchwachsen" gebrauchen. Möglicherweise bewertet auch einfach die Tatsache das Buch am besten, dass ich ganze drei Wochen (!) gebraucht habe, um das Buch zu lesen. Kurz gesagt, es zieht sich.
Ich habe mir einfach mehr von dem Buch versprochen.
 
Doch vielleicht ein bisschen objektiver.
Zunächst startet das Buch, im Vergleich zu großen Teilen des restlichen Buchs, recht rasant. Ein kleines Mädchen auf der Flucht, verzweifelt um Hilfe schreiend. (Vermutlich) Böse Männer, die sich an seine Fersen heften und es um jeden Preis zur Strecke bringen wollen. So weit, so gut....
Leider verliert das Buch im weiteren Verlauf einiges an Tempo. Dies liegt sicherlich nicht zuletzt an den häufigen Szenenwechseln, die die Spannung eines Buches durchaus ins unermessliche steigern können, wenn sie gut gemacht sind. Hier empfand ich die häufigen Wechsel der Orte sowie der handelnden Personen jedoch oft eher störend. Kam der Leser gerade in einen Lesefluss, bei dem das Verlangen aufflammt, weiterlesen und erfahren zu wollen, was als nächstes passiert, erstickte ein neuerlicher Abbruch dieses "kleine Flämmchen" meist sehr schnell.
 
An sich macht der Autor insgesamt ganz solide Arbeit. Mehr aber auch nicht. James Patterson baut die Figuren gut auf, arbeitet im Laufe der Handlung die einzelnen Persönlichkeiten gut aus und gibt insbesondere den Hauptfiguren mit steigender Seitenzahl mehr und mehr Tiefgang.
Dabei ist es auch nicht so, dass grundsätzlich überhaupt keine Spannung und kein Drang zum Weiterlesen aufkäme. Doch insgesamt plätschert die Handlung über weite Strecken des Buches so dahin, es ist nicht ganz uninteressant und der Leser möchte schon erfahren, wie die Story ausgeht. Aber so richtig packend wird es eben auch nicht.
Die ersten zwei Drittel des Buches sind gut und gerne Durchschnitt. Ganz gut zu lesen aber eben auch kein "Pageturner". Erst im letzten Drittel, so etwa ab Seite 230, nimmt die Handlung dann Fahrt auf. Das Tempo erhöht sich und der Leser beginnt (endlich) mitzufiebern. Ganz langsam wird es dann auch schwerer, das Buch wegzulegen, will der Leser nun dann doch wissen, wie das Ganze zu Ende geht.
 
Insgesamt war ich also ein wenig enttäuscht, da ich mir von dem Buch doch mehr versprochen hatte. Auch nachdem ich die vielen sehr positiven Bewertungen anderer Leser gesehen hatte.
Möglicherweise ist das auch Geschmackssache und vielleicht ist es einfach nicht "MEIN Lesestoff". Was vielleicht aber auch daran liegt, dass das vorliegende Buch nicht so wirklich einem Genre zuzuordnen ist.
Grundsätzlich lese ich sehr gerne Thriller, auch besonders gerne mal Wissenschafts- oder Gen-Thriller, aber auch dem Fantasy-Genre bin ich von Zeit zu Zeit nicht abgeneigt. Das vorliegende Buch ist irgendwie so richtig keins von beidem.
Das Buch-Cover ziert zwar direkt unter dem Titel die vielversprechende Ankündigung "Thriller" doch selbst für einen Gen-Thriller ist die Story dann doch ein wenig zu "fantastisch". Für einen Fantasy-Roman oder auch einen Fantasy-Thriller hingegen wieder irgendwie "nicht so richtig Fantasy"....
Insgesamt also einfach "weder richtig Fisch noch Fleisch".
 
Alles in allem somit ein Buch, dass man Lesen kann und welches gegen Ende doch noch einiges gut macht, bei dem die Welt aber auch nicht untergeht, wenn man es nicht gelesen hat.
 
FAZIT:
Recht solide Durchschnittsarbeit, dafür gutgemeinte
*3 Sterne*
 
Foto: Th. Witte

Der Nachfolger:

Für Interessierte: Es gibt einen Nachfolger zu "Der Tag, an dem der Wind dich trägt": Das Ikarus-Gen
 
Auch bei mir liegt das zweite Buch schon bereit. Weniger allerdings, weil mich das erste Buch so hochmotiviert hat, sofort weiterzulesen sondern, weil ich beide Bücher (das zweite als gekürzte Hörbuch-Fassung auf CD) schon seit einigen Jahren im Schrank stehen habe. Der Vollständigkeit halber werde ich "Das Ikarus-Gen" sicher auch noch hören. Ob ich allerdings sofort damit anfangen werde, ist fraglich.
 
Buchinfo:
Gekürzte Hörbuchfassung
Audio-CD, 5 CDs, Laufzeit 5h 55min
Gelesen von Marie Bierstedt
Erschienen bei Lübbe Audio
Originaltitel: The Lake House
ISBN 3-7857-3130-2
 
 
 


 

Kommentare:

  1. Ein bißchen hört sich deine Rezension so an, als wolltest du dich dafür entschuldigen, dass dir das Buch nicht sooo gut gefallen hat ;-) Das ist absolut unnötig - ich danke dir für deine Rezension, so weiß ich einmal mehr, warum ich ausschließlich die WMC-Bücher von ihm lese (und die heiß und innig liebe) und ich mir so den inneren Kampf spare, ob das Buch nicht vielleicht doch auf meiner Wunschliste landet.

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    1. Nee, Simone! :-)
      Entschuldigen wollt ich mich nicht. Fiel mir nur tatsächlich schwer in Worte zu fassen, wie ich das Buch denn nun fand, denn ich bin wirklich ein wenig hin- und hergerissen. So richtig schlecht war es irgendwie nicht, aber so richtig gut ist eben auch anders.... :-)
      Aber gut, dass dir die Rezi bei der Entscheidungsfindung weitergeholfen hat! ;-)

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